Sonntag, 12. April 2015

Hometainment Sportextra


Auf der suche nach einem neuen Entertainment-Center mit Sportkanal für Ihr Zuhause? Ich empfehle eine Wohnung neben einem großen Spielplatz. Folgendes könnte sich dort an einem heiteren Sonntagmorgen abspielen:

Die Sonne scheint. Schäfchenwolken ziehen am Himmel vorbei. Die Spatzen singen. In der Ferne hämmert ein Specht. Ich warte auf die Kaffeemaschine und blicke aus dem Küchenfenster. Unten auf dem grasigen Bolzplatz bringt eine Mutter ihren Sohn das Inlineskaten bei. Der Junge ist ungefähr acht und von Kopf bis Knie sicher in allerlei Schoner verpackt. Vor unserem Haus ist es eigentlich ideal zum Skaten, denn den Spielplatz säumt ein breiter, asphaltierter Weg. Aber halt: Es ist doch viel sinnvoller dem Jungen das Rollerbladen auf dem Rasen beizubringen. Man fällt weich und zu schnell kann man auch nicht werden.

Behenden Schrittes macht die Mutter dem Kleinen den Bewegungsablauf vor. Sie hüpft von einem Bein aufs andere und bewegt sich so langsam vorwärts. Das Kind versucht es ihr gleichzutun, doch leider stoppen die Rollen immer wieder jäh im holprigen Rasen. Verzweifelt stolpert er vor sich hin. Sie hopst, er stolpert, ab und an dringt ein weinerliches „Das geeeht niiiicht“ zum Fenster herein. Das geht so eine Weile, dann schaltet sich die kleine Schwester ein. Sie will ihrem Bruder helfen. Das Mädchen läuft auf ihn zu. Sie streckt ihm die Hand entgegen. Der Junge wittert Gefahr. Hastig hoppelt er zu seinem Vater und versteckt sich hinter seinen Beinen.

Hier ein wenig visuelle Unterstützung ... 

Weil der Kaffee fertig ist - und ein bisschen aus Angst, dass draußen mein Gelächter zu hören ist - wende ich mich ab.


Eine gute Stunde später - neuer Kaffee muss her - schaue ich erneut aus dem Fenster und sehe: Der Junge hat Fortschritte gemacht. Jedenfalls schon viel sicherer hoppelt er auf seinen Skates am Gehweg entlang über den Rasen. Der Vater hat die Unterrichtsstunde übernommen. Er ermutigt seinen Sohn doch mal hin und her über den Weg von einer Rasenfläche auf die gegenüber zu rollen. Leider hat das intensive Rasentraining zu einer hinderlichen Technik geführt. Skaten ist eben nicht gleich gehen. Mit starker Rückenlage rollpert der Sohn die zwei Meter über den Asphalt. Einmal hin. Und her. Und, oh, da liegt er.

Darf man lachen, wenn ein Kind hinfliegt?!
Wahrscheinlich nicht.

Ich bin ein schlechter Mensch ... 

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