Sonntag, 26. April 2015

Die Farbe der Arbeit

Letztes Jahr habe ich das Arbeitszimmer neu gestrichen, ein elegantes Grau. Mit diesem Grau war ich seither ziemlich glücklich. Es passt zu allem und bunte Blumen leuchten herrlich davor. Doch dann habe ich einen Artikel gelesen, der mich zum Nachdenken brachte. Es geht darin um die richtige Farbe für Arbeitsräume. Die meisten Büros sind ja weiß, nicht nur weil es schlicht und zeitlos, sondern eine Art Tabula rasa ist, eine unbemalte Leinwand, frei für neue Ideen und deshalb anregend. Angeblich. Eine Studie hat allerdings ergeben, dass Menschen in weißen Räumen weniger konzentriert sind und mehr Fehler machen.


Also keine Angst vor Farbe. Nur welche? Die Studie ergab im Wesentlichen folgende Verbindung zwischen Farben und Fähigkeiten:

Blau Ein frisches, helles Blau wie Aqua oder Lichtblau fördert die Kreativität. Es erinnert an den unendlichen, offenen Himmel. Wahrscheinlich wollen wir im Blauen nach den Sternen greifen.

Rot Kräftiges Rot weckt die Geister und steigert damit die Konzentration. Es empfiehlt sich für Arbeitsplätze, an denen es aus Präzision und Sorgfalt ankommt.

Grün Die Farbe der Hoffnung beruhigt und ermöglicht es Menschen ihren Einfallsreichtum voll zu entfalten. Grüne Wände fördern damit Innovation.

Grau Mein liebgewonnenes Grau macht offenbar träge bis depressiv und sollte vermieden oder hübsch bunt dekoriert werden.


Für einen Lektor, der hochkonzentriert hunderte Seiten prüft, wäre Rot sicher eine gute Wahl. Die Innovationsabteilung eines Autoherstellers würde ich nun in einen grünen Raum versetzen und Grafiker in den blauen Salon. Moment, außer für die Reinzeichnung. Da geht es ab sofort in den roten Raum. In einem Firmengebäude ließe sich sicher für jede Aufgabe, der richtige Raum schaffen.

Beim Home-Office sieht das anders aus: ein Raum, vier Wände, was tun? Ich brauche was für Kreativität, das ist zugleich innovativ, aber am Ende muss ich alles prüfen, da ist Konzentration gefragt. Hier ein paar Ideen:

           Lieblingsfarbe nehmen und hoffen, dass die anderen Arbeitsschritte nicht zu sehr leiden

           Jede Wand unterschiedlich und ich wandere je nach Bedarf um den Tisch herum

           Colour Blocking - was auf einem Kleid Platz hat, sollte doch auch auf eine Wand passen. Fraglich nur, ob die Farben dann überhaupt wirken.

           Verschiedenfarbige Leinwände unter die Decke hängen und die ausrollen, die ich gerade brauche

           Back to White. Die richtige Farbstimmung schaffe ich mit bunten LEDs, die die Wand ins richtige Licht tauchen.

           7 Jahre Chemiestudium inklusive Promotion und dann entwickele ich eine Wandfarbe, die sich je nach Bedarf verändert.


Um das zu schaffen, brauche ich da ein Arbeitszimmer in Blau oder Rot oder Grün?





c

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